Bremen – Gestern, am 19. Februar 2018 trat Martin Schmidt als Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg zurück. Drei Siege, fünf Niederlagen und elf Remis erspielte das Team unter Schmidt. Eine Erfolgsbilanz sieht wahrlich anders aus. Als ich gestern vom Rücktritt erfuhr, wusste ich ganz genau, was als Nächstes kommt! „Die Suche nach einem Feuerwehrmann beginnt“, hieß es kurz darauf in der Sportpresse. Und heute wurde dann Feuerwehrmann Bruno Labbadia als neuer Trainer des VfL präsentiert.
Was für ein Quatsch. Labbadia ist gelernter Versicherungskaufmann und war dann Fußballprofi. Nach Beendigung seiner Karriere als Spieler wechselte er auf die Trainerbank. Auf eine Feuerwehrtätigkeit findet sich kein Hinweis. Warum überrascht mich das jetzt nicht? Auch Labbadias Feuerwehrmann-Vorgänger Jörg Berger und Peter Neururer waren nie nachweislich aktiv in einer Feuerwehr.
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Okay, Feuerwehrmann ist im übertragenen Sinn gemeint. Bruno soll möglichst schnell den Brand beim VfL Wolfsburg löschen. Ich finde, auch dieser Vergleich hinkt. Beim HSV brennt es vielleicht, aber in Wolfsburg?
Vielleicht ist mit Feuerwehrmann auch gemeint, dass schnell etwas in Ordnung gebracht wird (gelöscht, gerettet) und der Retter dann Ruckzuck wieder abrückt? Insofern könnte es tatsächlich stimmen. Darmstadt, Fürth, Leverkusen, HSV, VfB Stuttgart, wieder HSV und nun der VfL – so wirklich lange blieb Labaddia nie. Aber mal ganz ehrlich: Ist ein so häufiger Orts- und Arbeitgeberwechsel charakteristisch für Feuerwehrleute?
Im Wikipedia-Eintrag zu Peter Neururer taucht sogar Feuerwehrmann in einer Zwischenüberschrift auf. Wörtlich heißt es: “Er erwarb sich aufgrund zahlreicher kurzfristiger Anstellungen den Ruf eines Feuerwehrmannes, da er vorwiegend Mannschaften übernahm, die sich im Abstiegskampf befanden.” Feuerwehrmann hat damit also was mit Abstiegskampf zu tun. Ist ja interessant!
Ich kann es drehen und wenden: Ich verstehe den Vergleich zwischen Fußballtrainern und Feuerwehrmännern einfach nicht.