Neun Menschen müssen vorsorglich ins Krankenhaus

Phosphorgranate raucht auf Feld ab

Edewecht (NI) – Neun Personen mussten in Edewecht (Kreis Ammerland) nach dem Fund einer Phosphorgranate ins Krankenhaus eingeliefert werden – darunter auch vier Feuerwehrleute. Passanten hatten weißen Rauch bemerkt, der aus einem Feld aufstieg. Experten des Kampfmittelräumdienstes ließen die Granate kontrolliert abrauchen.

Weißer Rauch steigt aus einem Feld in Edewecht auf. Zwei Experten des Kampfmittelräumdienstes entschärfen eine Handgranate, die mit weißem Phosphor gefüllt ist, und lassen sie kontrolliert abrauchen. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Ammerland)

Alarm für die Feuerwehren Edewecht, Osterscheps und Husbäke am Nachmittag des 1. April. Passanten melden an die Leitstelle Oldenburg über den Notruf, dass auf einem Feld an der Edammer Straße weißer Rauch aufsteigt. Zufällig kommt auch ein Kamerad einer Feuerwehr vorbei. Er bedeckt die Stelle zunächst provisorisch mit Sand. Kurz darauf sind die ersten Feuerwehreinheiten an der Einsatzstelle. Sie entdecken bei der Erkundung einen metallischen Gegenstand als Quelle für den Rauch und fordern umgehend den Kampfmittelräumdienst nach.

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Dieser bestätigt kurz darauf die Vermutung, dass es sich um eine Phosphorhandgranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Gerade in diesem Bereich kam es noch im April 1945 zu schweren Kampfhandlungen. Da der enthaltene weiße Phosphor hochgiftig ist, lassen die Experten die Fundstelle weiträumig absperren. Die Auswirkungen nach einem Kontakt mit dem Stoff können auch Tage später noch auftreten. Daher werden alle betroffenen Personen zunächst von der Feuerwehr dekontaminiert, mit Ersatzbekleidung ausgestattet und dann vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Darunter sind neben den vier Feuerwehrleuten auch zwei Ersthelfer sowie drei Kinder, die mit diesen unterwegs waren.

Der Rettungsdienst rückt mit einem Großaufgebot an, darunter auch ein Intensivtransportwagen der Bundeswehr. Neun betroffene Personen müssen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Ammerland)

Die kontaminierte Bekleidung wird sichergestellt. Vom Kampfmittelräumdienst wird die Handgranate geöffnet und kann kontrolliert abrauchen. Danach werden die Reste in einem luftdichten Behälter gelagert und später ebenso wie die kontaminierte Kleidung fachgerecht entsorgt. Als Ursache geht die Feuerwehr davon aus, dass sich im Laufe der Jahre das Metall der Granate zersetzt hat und so der weiße Phosphor freigesetzt wurde.

Einige der Personen konnten bereits am Abend das Krankenhaus wieder verlassen. Andere mussten bis zum Morgen stationär aufgenommen werden. In den kommenden Tagen werden sie weiterhin hausärztlich beobachtet. Die Feuerwehr war mit rund 50 Kräften vor Ort, der Rettungsdienst mit sieben Fahrzeugen, darunter ein Intensivtransportwagen des Bundeswehrkrankenhauses Westerstede.

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